11 April 2026, 04:16

NRW-Arbeitgeber fordern radikale Reformen im kriselnden Gesundheitssystem

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Insulin-Kosten auf 35 Dollar im Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo darüber.

NRW-Arbeitgeber fordern radikale Reformen im kriselnden Gesundheitssystem

Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen drängen auf grundlegende Reformen des Gesundheitssystems

Die Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen fordern weitreichende Änderungen am deutschen Gesundheitssystem. Johannes Pöttering, Chef des Arbeitgeberverbandes der Region, warnte, dass ohne Reformen die Sozialabgaben bis 2034 auf fast 50 Prozent der Löhne ansteigen könnten. Seine Vorschläge umfassen strengere Regeln für Arztbesuche und höhere Zuzahlungen der Patienten bei Medikamenten.

Pöttering wies auf eine drohende Krise in der gesetzlichen Krankenversicherung hin und prognostizierte, dass die Beitragssätze auf 20 Prozent klettern könnten. Um die steigenden Kosten einzudämmen, plädierte er für die Wiedereinführung der 10-Euro-Gebühr für Arztbesuche – eine Abgabe, die vor Jahren abgeschafft worden war. Zudem schlug er vor, die Zuzahlungen für Medikamente zu erhöhen, die derzeit zwischen 5 und 10 Euro pro Rezept liegen. Unter Berücksichtigung der Inflation lägen diese Beträge heute bei 7,50 und 15 Euro, so die Arbeitgeberverbände.

Ein weiterer umstrittene Vorschlag sieht vor, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern abzuschaffen – es sei denn, sie befinden sich in Elternzeit. Pöttering argumentierte, solche Maßnahmen würden die Eigenverantwortung im System stärken. Sein übergeordnetes Ziel ist es, weitere Erhöhungen der Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zu verhindern, die Unternehmen und Beschäftigte bereits stark belasten.

Die Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Arbeitgeber warnen, dass die gesamte Sozialabgabenlast – inklusive Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung – bis Mitte der 2030er-Jahre die Hälfte der Löhne verschlingen könnte. Pöttering betonte, dass ohne dringendes Handeln die Finanzierungsprobleme unhaltbar würden.

Die Reformen würden eine Verschiebung hin zu höheren Eigenbeteiligungen der Patienten bedeuten. Falls umgesetzt, stiegen die Gebühren für Arztbesuche und Medikamente, während kinderlose Ehepartner ihre bisherigen Versicherungsvorteile verlieren könnten. Die Arbeitgeber begründen die Änderungen mit der Notwendigkeit, die Beitragssätze zu stabilisieren und eine tiefere Finanzkrise des Systems abzuwenden.

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