NRW verschärft Regeln für Holzöfen – doch die Umsetzung stockt noch immer
Stefanie GeißlerNRW verschärft Regeln für Holzöfen – doch die Umsetzung stockt noch immer
In Nordrhein-Westfalen (NRW) sind neue Vorschriften für Holzöfen angekündigt worden. Ab Januar 2026 müssen Schornsteinfeger nicht konforme Öfen melden – ein Schritt, der die Feinstaubbelastung reduzieren soll. Doch trotz des nahenden Stichtags gibt es bisher keine rechtlich verbindliche Anweisung zur Umsetzung.
Die Bundesregierung hatte bereits 2010 begonnen, ältere, stark verschmutzende Öfen schrittweise abzuschaffen. Nach der geänderten Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung hätten alle nicht konformen Modelle bis zum 31. Dezember 2024 außer Betrieb genommen werden müssen. Doch die Durchsetzung hinkt hinterher, und die angedrohten Bußgelder von bis zu 50.000 Euro wurden in NRW bisher nie verhängt.
Rheinland-Pfalz ist bereits vorangegangen und setzt ähnliche Regeln seit 2018 durch. Moderne Öfen stoßen deutlich weniger Feinstaub aus als ältere Modelle und gelten damit als sauberere Alternative. Kritiker bemängeln jedoch, dass das neue Meldeverfahren die Kommunen überlasten könnte – es fehle an Personal, und bürokratische Hürden müssten abgebaut werden.
Umweltaktivisten wie der Kölner Thomas Mücher fordern seit Langem strengere Kontrollen. Seine Initiative Luft Köln setzt sich für niedrigere Feinstaubwerte ein. Angesichts des nahenden Winters könnte eine Durchsetzung des Verbots für alte Öfen in dieser Saison jedoch bereits zu spät kommen.
Mit den anstehenden Änderungen übernehmen Schornsteinfeger künftig eine Schlüsselrolle bei der Identifizierung illegaler Öfen. Ohne einen offiziellen Erlass bleibt der Zeitplan für die Umsetzung aber unklar. Die Städte stehen nun vor der Herausforderung, verschärfte Kontrollen mit den praktischen Gegebenheiten in Einklang zu bringen.






