NWL sucht dringend Käufer für angeschlagene Eurobahn bis 2027
Nahverkehrsverbund Westfalen-Lippe (NWL) sucht Käufer für Eurobahn bis Ende 2027
Der Nahverkehrsverbund Westfalen-Lippe (NWL) ist auf der Suche nach einem Investor, der den Regionalbahnbetreiber Eurobahn bis Ende 2027 übernehmen soll. Das Unternehmen hatte aufgrund von Personalmangel massive Einschränkungen im Fahrplan hinnehmen müssen – auf einigen Strecken wurde das Angebot um bis zu 40 Prozent reduziert. Nun soll der Betrieb vor der vertraglich festgelegten Investorenfrist im Jahr 2032 stabilisiert werden.
Im April 2024 war Eurobahn gezwungen, die Taktung auf mehreren Linien deutlich zu kürzen, darunter auch auf der RB89 zwischen Paderborn und Münster. Teilweise verkehrten nur noch stündlich Züge, was Fahrgäste in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus stark beeinträchtigte. Das Streckennetz des Unternehmens erstreckt sich zudem nach Niedersachsen und in die Niederlande.
Durch gezielte Einstellungs- und Schulungskampagnen konnte die Zahl der Ausfälle auf 4 bis 5 Prozent der geplanten Zugkilometer gesenkt werden. Bis Dezember 2025 plant Eurobahn die vollständige Wiederherstellung des ursprünglichen Fahrplans. Mit der anstehenden Fahrplanumstellung sollen zudem weitere Verbesserungen bei der Pünktlichkeit erreicht werden.
Nils Werner, Leiter der Abteilung Markt & Kunden beim NWL, betonte, dass ein zuverlässiger Betrieb entscheidend sei, um potenzielle Käufer zu gewinnen. Politische Vereinbarungen und Streckenverträge laufen 2032 aus – ein Verkauf bis dahin ist daher unverzichtbar.
Die Zukunft der Eurobahn hängt davon ab, ob es gelingt, den Betrieb stabil zu halten und gleichzeitig langfristige Investitionen zu sichern. Die Rückkehr zum vollen Fahrplanangebot im Dezember 2025 markiert einen wichtigen Schritt nach monatelangen Einschränkungen. Ohne einen Käufer bis 2032 bleibt die Zukunft der Regionalstrecken jedoch ungewiss.






