Proteste an der Mailänder Scala: Warum die Preiserhöhungen für Zündstoff sorgen
Stefanie GeißlerProteste an der Mailänder Scala: Warum die Preiserhöhungen für Zündstoff sorgen
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Proteste
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige Plätze stark angestiegen. Die Erhöhungen haben unter treuen Besuchern Empörung ausgelöst. Der Streit eskalierte während der Premiere von Giuseppe Verdis Carmen, als aus den oberen Rängen Flugblätter als Protest geworfen wurden.
Betroffen sind 36 Sitze in der zweiten Galerie, wo die Kosten um über 30 Prozent gestiegen sind. Die Abo-Preise für diese Plätze erhöhten sich von 800 auf 1.050 Euro. Die Leitung der Scala betont, dass die Auswirkungen insgesamt begrenzt seien – die meisten Plätze in den Galerien würden nur eine moderate Steigerung von etwa 1,48 Euro erfahren.
Das Theater hatte die Preise seit einem Jahrzehnt nicht mehr angehoben. Intendant Fortunato Ortombina versicherte, dass unter seiner Führung keine weiteren Erhöhungen geplant seien. Dennoch fallen die Änderungen in eine Phase finanzieller Belastungen, darunter anstehende Tarifverhandlungen und die Verlegung der Werkstätten.
Besonders wütend sind die Loggionisti, die treuen Stammgäste der oberen Ränge. Einige Kritiker vergleichen die Preispolitik mit einer „Gentrifizierung der Scala“. Das Haus ist bereits das teuerste Europas – nur das Salzburger Festspiele verlangen höhere Preise.
Die Scala-Führung hält die Proteste für übertrieben, da nur eine kleine Anzahl von Plätzen betroffen sei. Die Anpassungen sollen finanzielle Herausforderungen bewältigen, ohne den Ruf des Theaters zu gefährden. Doch von einer Beruhigung der Lage ist nichts zu spüren.






