19 March 2026, 16:23

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Schwarze und weiße Zeitung mit der Überschrift "Berliner Wespen, August 6, 1875", die eine Gruppe von Menschen in Not zeigt, einige schauen ängstlich nach oben und andere verwirrt nach unten.

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeut:innen in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor

Am kommenden Donnerstag wollen Psychotherapeut:innen in NRW gegen geplante Gehaltskürzungen demonstrieren. Ab dem 1. April 2026 beabsichtigen die Krankenkassen, die Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent zu senken. Kritiker:innen warnen, dass dieser Schritt die Versorgung mit psychotherapeutischen Angeboten im gesamten Bundesland weiter verschlechtern könnte.

Die angekündigte Vergütungskürzung löst in der Branche große Besorgnis aus. Die Psychotherapeutenkammer NRW argumentiert, dass niedrigere Honorare ein bereits überlastetes System zusätzlich belasten würden. Aktuell müssen Patient:innen in NRW im Schnitt fünf Monate auf einen Ersttermin warten.

Die Proteste finden in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld statt. Die Organisator:innen befürchten, dass die Kürzungen noch mehr Therapeuten:innen dazu veranlassen, aus dem System der gesetzlichen Krankenversicherung auszuscheiden – und so den Fachkräftemangel verschärfen. Deutschlandweit fehlen bereits rund 7.000 Kassensitze für Psychotherapie, wobei ländliche Regionen aufgrund veralteter Planungsvorgaben besonders betroffen sind.

Der Einstieg in die Selbstständigkeit ist unter den aktuellen Bedingungen kostspielig. Moritz Esser-Wolters, Psychotherapeut in Coesfeld, investierte 50.000 Euro, um seine Zulassung zu erwerben – doch die Preise für solche Genehmigungen bleiben unreguliert. Zudem verdienen Psychotherapeut:innen weniger als alle anderen Fachgruppen im deutschen Gesundheitswesen, was die finanzielle Belastung des Berufsstands zusätzlich erhöht.

Die Kürzungen sollen in 16 Monaten in Kraft treten, doch der Widerstand wächst. Sollten die Pläne umgesetzt werden, drohen noch längere Wartezeiten und ein weiterer Rückgang der verfügbaren Therapeut:innen. Die anstehenden Proteste werden die Risiken für die psychotherapeutische Versorgung in NRW in den Fokus rücken.

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