RAW-Gelände in Berlin: Kulturschmiede zwischen Räumungsklagen und Investorenplänen
Julian KlingelhöferRAW-Gelände in Berlin: Kulturschmiede zwischen Räumungsklagen und Investorenplänen
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines langjährigen kulturellen Zentrums, steht auf dem Spiel. Im Mittelpunkt des Streits stehen die Pläne der Kurth Gruppe, das Areal umzugestalten – einige Mieter müssen bereits mit Räumungsklagen rechnen.
Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Ursprünglich als Reichsbahn-Ausbesserungswerke genutzt, entwickelte es sich nach dem Mauerfall zu einem kulturellen Hotspot. Heute beherbergt es Clubs, Bars, Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen sowie saisonale Märkte wie einen Weihnachtsmarkt und Flohmarkt.
Im Januar beantragte die Kurth Gruppe ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren für den Bau von Wohnungen. Senat und Bezirk lehnten den Antrag jedoch ab. Der Konflikt dreht sich nun darum, wie viele Wohnungen entstehen sollen – und wie viele der historischen Hallen erhalten bleiben.
Die Proteste haben bereits begonnen. Dutzende versammelten sich vor den Büros der Kurth Gruppe und forderten, dass das Gelände für alle aktuellen Mieter zugänglich bleibt. Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter im Club Cassiopeia, startete eine Petition, in der er den Investor auffordert, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Dennoch muss der Club Cassiopeia bereits nächste Woche räumen – andere Locations droht ein ähnliches Schicksal.
Die kulturellen Einrichtungen auf dem RAW-Gelände stehen vor einer ungewissen Zukunft. Räumungsklagen flatterten ins Haus, und ohne weitere Einigungen könnten weitere Mieter zum Auszug gezwungen werden. Während die Proteste und Petitionen anhalten, nehmen die Bemühungen um den Erhalt des Geländes an Fahrt auf.
