Rettungskräfte fordern krisensicheres Breitbandnetz für die Zukunft
Rettungskräfte in Deutschland drängen auf zuverlässigere Kommunikationssysteme für Krisenfälle
Auf der jüngsten Blaulicht-Tag-Veranstaltung in Essen forderten Verantwortliche den Ausbau eines krisensicheren Breitbandnetzes. Zwar gelten die aktuellen Systeme als stabil, doch stoßen sie angesichts steigender Anforderungen an Echtzeitdaten zunehmend an ihre Grenzen.
Der Blaulicht-Tag in Essen brachte Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte zusammen, um über die Modernisierung des digitalen Funkverkehrs zu beraten. Bei Vorführungen wurde das bestehende Digitalfunk BOS präsentiert, das auf dem europäischen TETRA-Standard basiert. Dieses System garantiert Sprach- und Kurznachrichtenübertragung selbst dann, wenn öffentliche Netze ausfallen.
Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister betonte, dass Einsatzkräfte ohne funktionierende Kommunikation handlungsunfähig seien. Ihre Warnung verwies auf den Stromausfall in Berlin 2022, bei dem der Digitalfunk BOS trotz zusammenbrechender Netze stabil blieb. Innenminister Herbert Reul aus Nordrhein-Westfalen unterstrich dies und bezeichnete zuverlässige Kommunikation als „Lebensader“ für Ersthelfer.
Doch künftig reicht reine Sprachübertragung nicht mehr aus. Breitbandfähigkeiten würden es ermöglichen, in Echtzeit Karten, Bilder und Daten während Katastrophen auszutauschen. Um dies zu erreichen, setzen sich die Verantwortlichen für ein autonomes Netz im UHF-Bereich zwischen 470 und 694 Megahertz ein. Ohne dedizierte Frequenzen, warnen sie, könnte ein Kontrollverlust über die Kommunikation fatale Folgen haben.
Die Veranstaltung machte deutlich: Zwar bewährt sich der Digitalfunk BOS für Sprache und einfache Daten, doch zukünftige Einsätze erfordern schnellere und robustere Systeme. Ein eigenes Breitbandnetz würde sicherstellen, dass Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste auch unter extremsten Bedingungen effektiv zusammenarbeiten können. Die Planung eines solchen Systems steht nun auf der Agenda.






