Tafeln in NRW kämpfen um Standorte – Moers droht die Schließung einer lebenswichtigen Einrichtung
Gesine StolzeTafeln in NRW kämpfen um Standorte – Moers droht die Schließung einer lebenswichtigen Einrichtung
Tafeln in Nordrhein-Westfalen stehen unter wachsendem Druck
In Nordrhein-Westfalen geraten die Tafeln zunehmend unter Druck: Die Nachfrage steigt, während die Einrichtungen mit Unsicherheiten kämpfen. In Moers droht die örtliche Tafel, die 2.000 Menschen versorgt und 14 weitere in der Region unterstützt, ihren Standort zu verlieren. Die Krise zeigt ein grundlegendes Problem auf: die Abhängigkeit von Spenden statt verbindlicher Unterstützung für Bedürftige.
Der aktuelle Mietvertrag der Moerser Tafel läuft aus, und der Vermieter will das Gebäude für den privaten Gebrauch zurückfordern. Trotz Bemühungen der Stadt, einen Ersatzstandort zu finden, konnte bisher keine passende Lösung gefunden werden. Raffaele Corda, der seit 14 Jahren ehrenamtlich dort arbeitet, warnt, er werde zurücktreten, falls sich kurzfristig keine Perspektive ergibt.
Doch Moers ist kein Einzelfall. Auch in Düsseldorf und Bonn melden Tafeln ähnliche Herausforderungen angesichts steigender Nachfrage. 2023 versorgten diese Einrichtungen rund 420.000 Menschen im Land – fast genauso viele wie die üblichen 400.000, die sie regelmäßig erreichen.
Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl kritisiert, dass die Abhängigkeit von Tafeln ohne rechtliche Absicherung die Situation von Bedürftigen instabil mache. Verschärft wird das Problem durch finanzielle Engpässe: In Nordrhein-Westfalen erhält eine alleinstehende Person mit Bürgergeld lediglich 563 Euro im Monat – für viele reicht das kaum, um Grundbedürfnisse zu decken.
Ohne einen neuen Standort bleibt die Zukunft der Moerser Tafel ungewiss. Die Lage spiegelt die landesweiten Spannungen wider, wo wachsende Nachfrage auf begrenzte Ressourcen trifft. Bis auf Weiteres suchen Ehrenamtliche und lokale Behörden nach Lösungen.






