Warum Berlins Linkssteher auf Rolltreppen für täglichen Ärger sorgen
Stefanie GeißlerWarum Berlins Linkssteher auf Rolltreppen für täglichen Ärger sorgen
Berlins Rolltreppen folgen einer unausgesprochenen Regel: rechts stehen, links gehen. Dieses einfache System hält den Fluss in Bewegung – bis jemand es bricht. Für viele werden diejenigen, die auf der linken Seite verharren, zur täglichen Nervprobe in einer Stadt, in der Zeit wie eine kostbare Währung wirkt.
Das Problem beginnt mit den sogenannten Linksstehern – Menschen, die die schnelle Spur blockieren, indem sie einfach auf der linken Seite stehen bleiben. In einer Stadt, in der jede Sekunde zählt, bremst ihre Gleichgültigkeit diejenigen aus, die es eilig haben. Der Kontrast zwischen Hektik und Lethargie fühlt sich fast wie ein Abbild Berlins selbst an.
Zeit, oft als inoffizielle Währung der Stadt bezeichnet, macht diese kleinen Verzögerungen umso spürbarer. Ein gehetzter Pendler, der einer regungslosen Gestalt ausweichen muss, wird zum Mini-Kraftakt im Alltagstrott. Doch die Linkssteher, gleichgültig oder trotzig, verhalten sich, als gäbe es die Regel nicht.
Der stille Konflikt auf der Rolltreppe spiegelt Berlins Spannung zwischen Effizienz und Lässigkeit wider. Die Linkssteher stören den Fluss und zwingen andere, sich um sie herumzuschlängeln. Vorerst bleibt die ungeschriebene Regel bestehen – und mit ihr der Ärger, wenn sie missachtet wird.






