05 April 2026, 06:20

Watzke kandidiert als BVB-Präsident – trotz Rheinmetall-Skandal und interner Konflikte

Logo des Integrity Club mit einem blauen Kreis mit weißer Schrift, einer Waage auf der linken Seite und zwei geschüttelten Händen auf der rechten Seite.

Watzke vor der Wahl: "Dinge, die mich schwer belastet haben" - Watzke kandidiert als BVB-Präsident – trotz Rheinmetall-Skandal und interner Konflikte

Hans-Joachim Watzke kandidiert für das Amt des Präsidenten von Borussia Dortmund – nach zwei Jahrzehnten als Vorstandschef des Vereins. Seine Bewerbung folgt auf monatelange Kontroversen um einen Sponsoringvertrag mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall. Die im Mai 2024 bekannt gegebene Partnerschaft stößt bei Fans und Aktivisten weiterhin auf massiven Widerstand.

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Die Wahl findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Watzke mit internen Spannungen kämpft, darunter Streitigkeiten über den Umgang mit historischen Missbrauchsvorwürfen sowie Kritik an seinem Führungsstil. Trotz jüngster Herausforderungen innerhalb des Vereins betont er, es werde keinen Machtkampf um die Position geben.

Der Rheinmetall-Deal löste bereits bei seiner Ankündigung scharfe Proteste aus. Eine Studie der Deutschen Friedensgesellschaft von November 2024 warf Dortmund vor, mit der Kooperation den Waffenhandel zu legitimieren. Fanproteste brachen aus, eine Petition forderte die Aufkündigung des Vertrages wegen Rheinmetalls Verbindungen zu autoritären Regimen. Zwar stimmten die Mitglieder auf der Jahresversammlung 2024 gegen eine Verlängerung – doch die Vereinbarung bleibt bis 2026 in Kraft. Watzke verteidigt die Entscheidung und argumentiert, sie sei nicht ohne Absprache getroffen worden.

Zudem sah sich Watzke mit Fragen zu seiner Handhabung historischer Missbrauchsvorwürfe gegen einen ehemaligen BVB-Mitarbeiter konfrontiert. Er hatte den Fall in den 1990er-Jahren an den damaligen Präsidenten Reinhard Rauball weitergeleitet und ging davon aus, die Angelegenheit sei erledigt, als der Beschuldigte später in den Vereinsrat gewählt wurde. Kritiker hinterfragen diese Vorgehensweise, doch Watzke wies die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Im Wahlprozess hatte der amtierende Präsident Reinhold Lunow zunächst eine erneute Kandidatur geplant, zog sich jedoch im August zurück. Seither gab es Gespräche zwischen Watzke und Lunow über eine Versöhnung, auch wenn die Spannungen nachwirken. Watzke räumte ein, die vergangenen sechs Monate seien "schwierig" gewesen – auch persönlich belastend durch die anhaltenden Konflikte.

Für die Zukunft bestätigte Watzke, dass der Rheinmetall-Vertrag 2026 auf der nächsten Jahresversammlung erneut zur Diskussion steht. Einen internen Streit um die Präsidentschaft schloss er aus und betonte, Stabilität sei seine Priorität für die Zukunft des Vereins.

Die Abstimmung über die Präsidentschaft wird zeigen, ob Watzke nach 20 Jahren als CEO eine neue Führungsrolle übernimmt. Der Rheinmetall-Deal bleibt bis 2026 aktiv, eine weitere Debatte dazu ist auf der nächsten Mitgliederversammlung zu erwarten. Unterdessen ringt der Verein weiterhin mit Kritik an seiner Governance und Ethik, während Fanproteste und interne Gräben bestehen bleiben.

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