Zufit Simons The Fight Club bricht mit Tabus beim Best OFF Festival in Hannover
Gesine StolzeZufit Simons The Fight Club bricht mit Tabus beim Best OFF Festival in Hannover
Choreografin Zufit Simon eröffnet am 23. April das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover. Ihr neuestes Werk The Fight Club markiert einen kühnen Stilbruch – im Mittelpunkt stehen Kampf und maskuline Energie. Die 1980 in Israel geborene Künstlerin prägt seit 25 Jahren den zeitgenössischen Tanz in Deutschland.
Simons Karriere ist von Experimentierfreude und Anerkennung geprägt. 2019 brach ihr Solo Foams mit Konventionen, indem es unchoreografierte Bewegungen, Stimmarbeit und technische Verzerrungen verband. Ein Jahr später führte Strange Foreign Bodies (2020) Performende unterschiedlicher Herkunft, Mentalitäten und körperlicher Erscheinungsformen – darunter auch Nacktheit – auf der Bühne zusammen.
Ihr choreografischer Ansatz wird oft mit der molekularen Küche verglichen: Bewegungen werden auf ihr Wesentliches reduziert, ohne ihre emotionale Wucht zu verlieren. Doch ihr Weg war nicht ohne Rückschläge. 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur ihre Konzeptförderung, und das LOT Theater, eine zentrale Spielstätte für ihre Uraufführungen, schloss 2024 wegen Insolvenz.
Trotz dieser Hindernisse fand Simons Arbeit Unterstützung bei Institutionen wie der artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig. 2025, mit 45 Jahren, wurde ihr schließliche die Lebenswerk-Ehrung des Münchner Tanzpreises zuteil.
The Fight Club feiert nun Premiere in einer entscheidenden Phase von Simons Schaffen. Die aggressiven, maskulinen Themen des Stücks deuten eine neue Richtung der Choreografin an. Mit dem Best OFF Festival als prominenter Bühne wird die Aufführung ihr aktuelles künstlerisches Konzept einem breiten Publikum vorstellen.






