Zuckerrübenbauern kämpfen mit sinkenden Preisen und neuen Pflanzenschutzstrategien
Traude SchleichZuckerrübenbauern kämpfen mit sinkenden Preisen und neuen Pflanzenschutzstrategien
Deutsche Zuckerrübenbauern stehen vor wachsenden Herausforderungen, da die Preise fallen und die Produktionskosten steigen. Immer mehr Landwirte setzen daher auf neue Pflanzenschutzmethoden, um Erträge zu sichern und die Rentabilität zu erhalten. Innovationen bei Herbiziden, Fungiziden und Biostimulanzien entwickeln sich zu unverzichtbaren Werkzeugen im Kampf gegen Krankheiten und resistente Unkräuter.
Die Anbaufläche für Zuckerrüben ist in den letzten Jahren deutlich geschrumpft. Während 2023 noch rund 43.000 Hektar bewirtschaftet wurden, wird die Fläche bis 2025 voraussichtlich auf etwa 38.000 Hektar sinken. Bauern warnen, dass ohne bessere Lösungen die heimische Zuckerproduktion gefährdet sein könnte.
Krankheiten wie die Rübenvergelbung (SBR, Stolbur) und der Cercospora-Blattfleck sowie hartnäckige Unkräuter bleiben die größten Bedrohungen für die Rübenernte. Diese Probleme zwingen die Landwirte, ihre Strategien zu überdenken. Notfallzulassungen für bestimmte Chemikalien haben zwar kurzfristig geholfen, doch bevorzugen die Bauern stabile, langfristige Lösungen.
Auf dem Betrieb Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter testet Betriebsleiter Marius Feldmann neue Produkte, um die Erträge zu steigern. Eines davon ist Rinpode, ein Herbizid, das mit nur zwei Gramm pro Hektar auskommt. Erste Ergebnisse zeigen, dass es durch die effektive Bekämpfung von Gänsefuß den Zuckerertrag um bis zu einer Tonne pro Hektar erhöhen könnte. Zudem ist das Mittel nachhaltiger und einfacher in der Handhabung als ältere Herbizide.
Auch Biostimulanzien gewinnen im Rübenanbau an Bedeutung. Kinsidro Grow etwa wird im Rahmen des SBR/Stolbur-Programms von Südzucker in Spritzprogrammen eingesetzt. Diese Zusätze stärken die Pflanzen gegen Stress und Krankheiten und verbessern so sowohl Ertrag als auch Qualität.
Trotz dieser Fortschritte steht die Branche unter Druck durch billige Zuckerimporte und strengere EU-Nachhaltigkeitsvorgaben. Viele Betriebe haben ihre Rübenproduktion bereits reduziert – aus Sorge vor schrumpfenden Gewinnen und unberechenbaren Märkten. Ohne bessere Unterstützung befürchten einige weitere Rückgänge bei der heimischen Zuckerproduktion.
Neue Pflanzenschutzmittel wie Rinpode und Kinsidro Grow helfen den Landwirten zwar, Krankheiten einzudämmen und die Erträge zu steigern. Doch sinkende Preise, steigende Kosten und verschärfte Regularien belasten die Branche weiter. Hält dieser Trend an, könnte Deutschlands Zuckerrübenanbaufläche – und damit die regionale Zuckerversorgung – in den kommenden Jahren noch stärker schrumpfen.






