Ex-Airbus-Chef Enders nennt Deutschlands Kampfflugzeug-Allianz mit Frankreich einen "strategischen Fehler"

Stefanie Geißler
Stefanie Geißler
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Ein deutscher Weltkriegs-Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das eine Gruppe von Kampfflugzeugen in der Luft zeigt, mit Text, der die Flugzeuge und ihre Fähigkeiten beschreibt.Stefanie Geißler

Ex-Airbus-Chef Enders nennt Deutschlands Kampfflugzeug-Allianz mit Frankreich einen "strategischen Fehler"

Der ehemalige Airbus-Chef Thomas Enders hat die aktuelle Kampfflugzeugstrategie Deutschlands als "strategischen Fehler" kritisiert. Er hält die Entscheidung von 2017, sich mit Frankreich statt mit Großbritannien zu verbünden, für verfehlt. Seine Äußerungen fallen in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Airbus und Dassault um die Führung beim FCAS-Projekt (Future Combat Air System).

Enders bezeichnete die Zusammenarbeit mit Frankreich bei der Entwicklung des Kampfflugzeugs der nächsten Generation als Irrweg. Stattdessen hätte sich Deutschland seiner Meinung nach dem britischen GCAP-Programm (Global Combat Air Programme) anschließen oder mit Schweden kooperieren sollen. Mit dieser Haltung steht er im Widerspruch zum Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der Gewerkschaft IG Metall und dem aktuellen Airbus-Chef Guillaume Faury, die weiterhin an der Partnerschaft mit Frankreich festhalten.

Der anhaltende Streit dreht sich um Konflikte zwischen Airbus und dem französischen Hersteller Dassault über die Kontrolle des FCAS-Projekts. Die Bundesregierung gerät zunehmend unter Druck, insbesondere vom Bundestag, ihre Optionen neu zu bewerten. Bundeskanzler Friedrich Merz hat bereits Interesse an GCAP als mögliche Alternative signalisiert, doch eine offizielle Prüfung steht noch aus.

Enders warnte, ein rein deutsches Kampfflugzeug wäre im Falle eines Scheiterns von FCAS ein "industriepolitischer Hochmut". Zwar räumt er Deutschlands technische Fähigkeiten ein, verweist aber auf die enormen Kosten und die verzögerte Einsatzbereitschaft, die erst für das späte Jahr 2040er-Jahre zu erwarten wäre. Stattdessen plädiert er für die Massenproduktion von KI-gesteuerten, autonomen Waffensystemen (UCAVs) als Zukunft der militärischen Luftfahrt.

Gleichzeitig riet er davon ab, einfach auf US-amerikanische Plattformen zu setzen. Enders betonte, es sei entscheidend, in Europas und Deutschlands eigene industrielle und technologische Kapazitäten zu investieren.

Die Bundesregierung schließt nicht aus, parallel zwei bemannte Kampfflugzeuge zu entwickeln, während man bei Drohnen und digitalen Systemen zusammenarbeitet. Experten wie Enders argumentieren, dass ein Beitritt zu GCAP ressourcenschonender wäre als ein nationales Projekt. Die Debatte dauert an, während Abgeordnete eine klarere Strategie für die zukünftige Kampfflugzeugentwicklung fordern.

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