Ibbenbüren baut Europas größten Batteriespeicher auf altem Zechenareal

Julian Klingelhöfer
Julian Klingelhöfer
2 Min.
Eine Luftaufnahme eines Solarparks mit zahlreichen Solarpanelen auf einem Feld, umgeben von Böschen, Grün, Wasser und einer in der Nöhe verlaufenden Bahntrasse.Julian Klingelhöfer

Ibbenbüren baut Europas größten Batteriespeicher auf altem Zechenareal

Ibbenbüren verwandelt sein altes Steinkohlebergwerk in ein riesiges Batteriespeicherkraftwerk. Das mit Millioneninvestitionen unterstützte Projekt soll die Stadt zu einem zentralen Energieknotenpunkt für Westfalen und das Ruhrgebiet machen. Für die Verantwortlichen ist dies ein wichtiger Schritt im wirtschaftlichen Wandel der Region weg von der Kohle.

Die geplante Anlage wird Hunderte LFP-Batterien – ähnlich denen in Elektroautos – nutzen, um Strom zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Mit einer Kapazität von bis zu 1,9 Gigawattstunden könnte sie täglich zweimal 500.000 Haushalte versorgen. Das System bezieht seinen Strom aus Windparks in der Nordsee und gibt ihn bei Spitzenlast wieder ab.

Der Großspeicherverband (GFGBA) rechnet damit, dass die Anlage bis Herbst 2028 in Betrieb geht, auch wenn Verzögerungen nicht ausgeschlossen sind. Ein Investor steckt rund 300 Millionen Euro in das Vorhaben und nutzt dabei die bestehende Hochspannungs-Anbindung des Bergwerks. Die Stadt selbst investiert Millionen, um das Gelände zu einer neuen Industrie- und Gewerbezone umzugestalten – in der Erwartung künftiger Steuereinnahmen durch ansiedelnde Unternehmen.

Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) bezeichnet das Projekt als "grüne Steckdose" für die Region. Bei Erfolg könnte es Ibbenbüren mit einer zuverlässigen Reserveenergieversorgung ausstatten. Zudem wird die Anlage der größte Batteriespeicher Nordrhein-Westfalens – ein Zeichen für die landesweite Förderung solcher Projekte.

Seit 2018 treibt die Region den Ausbau von Batteriespeichern voran, unterstützt durch EU-Mittel und Programme wie die "Batterie-Offensive NRW". Bereits realisiert wurden unter anderem eine 100-MW/200-MWh-Anlage in Hamm (seit 2023 in Betrieb) und ein 200-MW-Speicher in Marl (2024 fertiggestellt). Weitere Projekte wie ein 300-MW-Speicher in Köln und eine 150-MW-Anlage in Duisburg sind in Planung – bis 2028 soll im Ruhrgebiet eine Gesamtkapazität von über 1 GWh entstehen.

Die Ibbenbürener Anlage wird Windenergie speichern und bei Bedarf ins Netz einspeisen. Ihre Fertigstellung würde den Übergang von der Kohleabhängigkeit hin zu erneuerbaren Energiespeichern markieren. Das Projekt fügt sich zudem in die landesweiten Bestrebungen ein, die Batterieinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen auszubauen.

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