Zugschaffnerin bricht ihr Schweigen nach wiederholten Bedrohungen am Arbeitsplatz

Julian Klingelhöfer
Julian Klingelhöfer
2 Min.
Eine Gruppe von Menschen steht um und in einem Zug auf einem Gleis, mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund, und der Text "Ludwigs-Eisenbahn, die erste Bahnstation in Deutschland" unten.Julian Klingelhöfer

Zugschaffnerin bricht ihr Schweigen nach wiederholten Bedrohungen am Arbeitsplatz

Zugschaffnerin aus Saerbeck fordert besseren Schutz nach wiederholten Bedrohungen

Die Zugbegleiterin Mandy Brune aus Saerbeck macht sich für strengere Sicherheitsmaßnahmen stark, nachdem sie am Arbeitsplatz immer wieder Opfer von Bedrohungen wurde. Sie musste verbale Bedrohungen, körperliche Einschüchterungen und mangelnde Unterstützung durch Fahrgäste ertragen. Nun bricht sie ihr Schweigen – als Teil einer Kampagne, die auf die Gefahren aufmerksam machen soll, denen Bahnmitarbeiter täglich ausgesetzt sind.

Brune arbeitet seit Jahren als Schaffnerin, doch die zunehmende Bedrohung beschreibt sie als erschreckend. Statt zu helfen, hätten Passagiere Vorfälle oft nur gefilmt und sie mit den gewalttätigen Situationen allein gelassen. In einigen Fällen sei sie sogar direkt mit Bedrohungen konfrontiert worden.

Die Kampagne Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch! will genau das ändern. Sie setzt sich für mehr Bewusstsein ein – für die Herausforderungen, mit denen Schaffner und andere Bahnangestellte konfrontiert sind. Brune beobachtet bereits erste Fortschritte: Mittlerweile greifen einige Fahrgäste ein, wenn sie bedroht wird – ein Zeichen, das ihr Hoffnung gibt.

Hinter der Initiative steht die Gewerkschaft EVG, die klare Forderungen stellt: unter anderem Doppelschichten, Körperkameras für Mitarbeiter und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Straftaten gegen Bahnbedienstete. Zwar gibt es keine bundesweite Statistik zu Bedrohungen auf Deutsche-Bahn-Mitarbeiter für das Jahr 2023, doch regionale Zahlen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen 250 gemeldete Vorfälle. 2025 zählte das Unternehmen sogar 3.262 körperliche Bedrohungen in seinem gesamten Netz.

Trotz aller Bedrohungen liebt Brune ihren Beruf – doch sie besteht darauf, dass mehr getan werden muss. Die Kampagne will aus Zuschauern Verbündete machen, damit Beschäftigte nicht länger schutzlos Gefahren ausgesetzt sind.

Der Einsatz für sichere Arbeitsbedingungen geht weiter. Brune und die EVG appellieren an die Fahrgäste, bei Bedrohungen nicht wegzusehen. Sollte die Kampagne erfolgreich sein, könnten Schaffner künftig weniger Bedrohungen und mehr Schutz erleben. Bis dahin bleiben Körperkameras, zusätzliche Kollegen und rechtliche Konsequenzen die zentralen Forderungen.

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