Cottbus feiert Rekord-CSD trotz wachsender Queerfeindlichkeit und Angriffe

Traude Schleich
Traude Schleich
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Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Berlin, Deutschland, mit einer pinken "Happy Pride March"-Fahne, mit Gebäuden auf beiden Seiten der Straße und einem Fahnenmast im Vordergrund unter einem bewölkten Himmel.Traude Schleich

Cottbus feiert Rekord-CSD trotz wachsender Queerfeindlichkeit und Angriffe

Cottbus feiert größten Christopher-Street-Day mit Rekordbeteiligung

Am Samstag fand in Cottbus die bislang größte Pride-Veranstaltung der Stadt statt – die 17. Ausgabe des Christopher-Street-Days (CSD). Rund 1.000 Menschen nahmen am Umzug teil, angeführt von der Dragqueen Miss Cherry Moonshine und einem Storch in roten Hosen, der Kondome und eine 20 Meter lange Regenbogenflagge trug. Trotz jüngster Spannungen in der Stadt endete mit dem Event auch die Pride-Saison in Ostdeutschland auf einem Höhepunkt.

Der Marsch begann mit Reden auf Ukrainisch, Russisch, Arabisch und Polnisch. Die Organisator:innen nutzten die Gelegenheit, um auf die Kämpfe queerer Communities in diesen Ländern aufmerksam zu machen und zu internationaler Solidarität aufzurufen. Später forderten die Teilnehmer:innen mehr gesellschaftliche Akzeptanz sowie eine Erhöhung des Budgets für den Queeren Aktionsplan Brandenburg – von derzeit 224.000 Euro auf 500.000 Euro.

Etwa 200 Unterstützer:innen waren extra aus anderen Städten angereist, um beim Cottbuser CSD dabei zu sein. Gegen Abend kam es jedoch zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen einigen von ihnen und Fans des FC Energie Cottbus. Zwei geplante rechtsextreme Gegenkundgebungen zogen hingegen nur rund 90 Demonstrant:innen an. Sie schlossen sich zu einer Gruppe zusammen und zeigten ein Transparent mit der Aufschrift: "Unsere Stadt bleibt hetero!"

Die Veranstaltung fand nach einer Woche queerenfeindlicher Vorfälle statt. Bereits am Freitagabend waren Regenbogenflaggen auf dem Gelände der CSD-Organisator:innen beschädigt worden. Nur Tage zuvor hatte es einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das queere Zentrum Regenbogenkombinat gegeben. Organisator Christian Müller berichtete von Schwierigkeiten, ehremamtliche Ordner:innen zu finden – viele fürchteten Repressalien und eine zunehmend feindselige Stimmung in der Stadt. Auf der Kundgebung wurde auch auf weitere aktuelle Vorfälle hingewiesen, darunter eine Pride-Torte, auf die gespuckt wurde, und eine Regenbogenflagge, die an einer Schule abgerissen worden war.

Trotz steigender Spannungen und jüngster Angriffe verzeichnete der 17. Cottbuser CSD eine Rekordbeteiligung. Organisator:innen und Teilnehmende nutzten die Plattform, um mehr Schutz und Förderung zu fordern. Der Erfolg der Veranstaltung stand in scharfem Kontrast zur geringen Beteiligung der Gegenproteste – und zu den anhaltenden Sorgen über Queerfeindlichkeit in der Region.

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