ZVEI fordert Tempo und Digitalisierung für ein flexibleres Stromnetz bis 2027

Stefanie Geißler
Stefanie Geißler
2 Min.
Ein blaues Solarpaneel mit der weißen Schrift "Clean Energy Gov" in der Mitte, angeordnet in einem Gittermuster.Stefanie Geißler

ZVEI fordert Tempo und Digitalisierung für ein flexibleres Stromnetz bis 2027

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat zwei zentrale Maßnahmen hervorgehoben, um die Flexibilität und Transparenz des Stromnetzes zu verbessern. Auf dem Climate Solution Forum während der E-world energy & water in Essen betonten Experten die Notwendigkeit schnellerer Umsetzungen und besserer Datensysteme. Ein Schwerpunkt liegt auf der beschleunigten Einführung von Netzsteuerungstechnologien in den Verteilnetzen.

Ein weiteres zentrales Vorhaben ist die Umsetzung des Digitalen Produktpasses 4.0 (DPP4.0), ein Rahmenwerk, das den gesamten Lebenszyklus eines Produkts abbilden soll. Ziel ist ein zuverlässiges, durchgängiges Datensystem, das die Transparenz und Effizienz im Netzmanagement steigert.

Die technologische Grundlage für ein leistungsfähiges Stromnetz ist bereits vorhanden. Doch der ZVEI warnt: Tempo, Standardisierung und konsequente Umsetzung seien entscheidend, um ein widerstandsfähiges und effizientes Energiesystem zu erreichen. Ohne diese Faktoren drohe die flächendeckende Einführung ins Stocken zu geraten.

Einer der wichtigsten Hebel für ein effizienteres Stromnetz ist der schnellere Ausbau von Steuerungssystemen in den Verteilnetzen. Der ZVEI erwartet ab 2026 eine deutliche Beschleunigung, wobei bis 2027 spürbare Flexibilitätsverbesserungen in den Niederspannungsnetzen angestrebt werden. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu Pilotprojekten vor, doch Regionen wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gehen mit regionalen Initiativen und Partnerschaften mit Versorgern voran.

Der Erfolg des DPP4.0 hängt von mehreren Faktoren ab: einer praxistauglichen Umsetzung, breitem Engagement von Herstellern und Nutzern sowie der Entwicklung eines unabhängigen Datenökosystems. Der Pass muss zudem als zentrale Datenquelle in einem interoperablen und datensouveränen digitalen Raum funktionieren.

Um diese Fortschritte zu erreichen, betont der ZVEI die Notwendigkeit, technische Standards zu stärken, Integrationslücken zu schließen und Pilotprojekte in die großflächige Anwendung zu überführen. Ohne systematische Skalierung könnten die Vorteile einer verbesserten Netzflexibilität und -transparenz begrenzt bleiben.

Die Forderungen nach einem flexibleren und transparenteren Stromnetz basieren auf zwei Hauptmaßnahmen: dem beschleunigten Ausbau von Steuerungssystemen und der Einführung des DPP4.0. Der ZVEI-Fahrplan setzt klare Ziele, wobei wichtige Meilensteine bis 2027 erwartet werden. Die nächsten Schritte umfassen Standardisierung, engere Zusammenarbeit und die Überführung von Pilotprojekten in vollwertige Lösungen.

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